Schule am Ort

Die Franz-Josef-Faller Gemeinschaftsschule sieht sich als Schule für den Hochschwarzwald. Daraus ergibt sich, dass nicht nur Lenzkirch als Gemeinde des Schulstandortes, sondern auch die Nachbargemeinden einbezogen werden. Es gibt viele Anknüpfungspunkte an die Besonderheiten der Umgebung und die Schülerinnen und Schüler nehmen an verschiedenen Kooperationen teil, welche die Schule mit Partnern aus der Gemeinde und der Region knüpft.

Intention

Unsere Gemeinschaftsschule soll eine Schule für Schülerinnen der Klassenstufen 5 bis 10 sein. Sie hat das Ziel, die Kinder und Jugendlichen in ihrer individuellen Leistungsfähigkeit und ihren Begabungen zu fördern, sowie sie zu einem bestmöglichen Abschluss zu führen.

Im Mittelpunkt steht der einzelne Schüler/die einzelne Schülerin und seine/ihre Entwicklung zu einer selbstständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Dies schafft Grundlagen und Orientierung für seinen/ihren weiteren Lern- und Lebensweg.

Erreichen wollen wir dieses Ziel im Bereich der Unterrichtsentwicklung durch eine weiterentwickelte Lern- und Unterrichtskultur, in der individualisierte Lernformen in heterogenen Lerngruppen als verbindliche Struktur festgeschrieben sind.

Mit der Gemeinschaftsschule streben wir mehr Bildungsgerechtigkeit und bessere Entwicklungsmöglichkeiten durch längeres gemeinsames Lernen als Chance für alle Kinder und Jugendlichen an. Die bisherigen Bildungsstandards der Grundschule werden in der neuen Gemeinschaftsschule in einem gemeinsamen Bildungsgang weiterentwickelt.

Wir betrachten diese vorgelegte Pädagogische Konzeption als einen offenen Entwurf auf dem Weg zu einer gelingenden Gemeinschaftsschule, die sich aufgrund der zu machenden Erfahrungen und sich ergebenden Anforderungen weiter entwickeln wird. Dies sehen wir als Herausforderung und Aufgabe für unsere neue Gemeinschaftsschule an.

Namensgebung und Schulmotto

Der Namensgeber unserer Schule, Franz-Josef-Faller, ist am 18. Februar 1820 in Lenzkirch geboren. Er erhielt eine fortschrittliche Ausbildung u.a. auf dem von Pestalozzi begründeten Internat in Yverdon, im Kanton Waadt, Schweiz. Er engagierte sich später politisch und trat weltoffen auf. In Lenzkirch errichtete er eine Wanduhrenfabrik, die zum Anstieg eines Wohlstands in der Region führte. Außerdem förderte er den Bau der Höllentalbahn und schuf somit eine schnelle Möglichkeit zum Austausch und zur Kommunikation weit über den Ortsrand Lenzkirch hinaus. Sein Geist schwingt in der Idee unserer Schule wieder:

  • Ÿ         starker regionaler Bezug
  • Ÿ         Verbindung zu Natur, Kultur und Geschichte
  • Ÿ         Weltoffenheit
  • Ÿ         globales Denken – regionales Handeln

Daraus haben wir – anknüpfend an Franz-Josef-Fallers Ausbildung in einer Pestalozzi-Schule – das Motto für uns hergeleitet:

Lernen mit Kopf, Herz und Hand

Dieses Motto durchzieht unser schulisches Denken und Handeln, knüpft an den Bildungsplan 2016 an und findet sich sowohl im eigentlichen Schulunterricht, als auch in unseren Kooperationen mit außerschulischen Partnern wieder.

Rollenverständnis der Lehrkräfte und der Schulleitung

In unserer privaten Gemeinschaftsschule verändern sich die klassischen Rollen des Lehrers, Klassenlehrers, Fachlehrers hin zur Rolle eines Lernbegleiters. Dieser ist nicht mehr ausschließlich Erzieher und Wissensvermittler, der Lerninhalte strukturiert vorbereitet, sondern viel mehr Begleiter, Beobachter und Organisator in einer anregenden Lernumgebung mit leistungsdifferenzierten Lerninhalten, die die Lernenden als eigenständige Persönlichkeiten fördern und fordern.

In seinem Unterricht setzt der Lernbegleiter passende Methoden zum Inhalt, zum einzelnen Schüler/zur einzelnen Schülerin und zur Lerngruppe ein. Individualisierte Phasen wechseln sich mit kooperativem Unterricht auf unterschiedlichen Leistungsniveaus ab. Inputs für Lerngruppen wechseln mit Phasen, in denen der Schüler/die Schülerin selbstständig arbeitet und der Lernbegleiter ausschließlich als Helfer und Berater fungiert.

Während der Unterrichtszeit beobachtet der Lernbegleiter den Schüler/die Schülerin und wird dadurch in die Lage versetzt, individuelle Lernwege zu beschreiben, Fehlerstrukturen zu diagnostizieren, zu motivieren, in individuellen Lernprozessen zu unterstützen und schließlich weitere Lernschritte auf der Grundlage von Kompetenzrastern unter Beachtung der Anforderungsebene zu empfehlen. Als Grundlage dieser Gespräche dienen auch die von den Schülerinnen und Schülern geführten Lerntagebücher, in denen die jeweiligen Lernfortschritte festgehalten und Lernziele formuliert sind. Ziel dieser Gespräche ist es, die Lernenden in ihrer Selbstkompetenz zu unterstützen und ihre selbstständige Handlungsfähigkeit zu stärken.

Neben der Tätigkeit als Lernbegleiter haben die Lehrkräfte auch die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler der eigenen Lerngruppe in Mentoring-Gesprächen zu beraten. Diese Mentoring-Gespräche werden wöchentlich in vertrauensvoller  Atmosphäre stattfinden. Der Lernbegleiter begegnet dem Lernenden auf Augenhöhe.

Die Rolle des Lernbegleiters in Bezug auf die Schülerinnen und Schüler

An unserer Gemeinschaftsschule sehen wir die Schülerinnen und Schüler in ihrer gesamten Persönlichkeit, also als Individuum, mit allen Stärken und Schwächen. Fehler sind keine Hindernisse, sondern bieten die Chance, zu lernen, sich mit einer bestimmten Thematik besonders auseinander zu setzen. Jeder Schüler/jede Schülerin wird auf seinem/ihrem individuellen Leistungsniveau unterrichtet und bewertet.

Mentoring

Wir werden an unserer Gemeinschaftsschule bezüglich des Mentoring wie folgt vorgehen: Jeder Schüler wird von einem Lernbegleiter regelmäßig im persönlichen Vier-Augen-Gespräch und in geschütztem Rahmen in seiner individuellen Lernentwicklung unterstützt. Der Lernbegleiter ist eine Lehrkraft, welche in einem großen Stundenumfang mit dem jeweiligen Schüler/ der jeweiligen Schülerin arbeitet und eine intensive Beziehung zum Lernenden bereits aufgebaut hat. Jeder Lernbegleiter betreut neun bis elf Schüler.

In der Eingewöhnungsphase findet einmal wöchentlich ein etwa viertelstündiges Gespräch zwischen Lernbegleiter und Schüler statt. Im weiteren Verlauf ist ein zweiwöchiger Rhythmus möglich.

Im Fokus des Gespräches liegt der individuelle Lernerfolg des Schülers. Es wird sowohl die Lernentwicklung seit dem vorangegangenen Gespräch reflektiert, als auch eine Zielsetzung für den kommenden Zeitraum formuliert (Planung). Dabei sollen angewendete Lernstrategien überprüft, erweitert und gegebenenfalls verändert werden.

Coaching

Um die Schülerinnen und Schüler der Franz-Josef-Faller-Schule möglichst umfassend in ihrer Lernentwicklung unterstützen zu können, werden sie sowohl vom Lernbegleiter, als auch einem externen zertifizierten Coach begleitet. Deshalb finden zwei verschiedene Arten von Gesprächen mit unterschiedlichen Inhalten statt. In welchen Abständen die Coaching-Gesprächen stattfinden werden, muss noch in der Praxis erprobt werden. Angestrebt werden in zeitlich engen Abständen getaktete Gespräche.

Ganztagsschule

Alle Schülerinnen und Schüler nehmen verpflichtend an drei Tagen am Angebot der Ganztagsschule teil. Unser Stundenplan sieht die Ganztagsschule am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag vor.

Medienbildung

Digitale Medien sind aus unserer heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Sie werden immer noch sehr kontrovers diskutiert, sind aber ein fester Bestandteil unseres Bildungsplans.