Kommerzienrat Franz Josef Faller (1820-1887) stammt aus einer Lenzkircher Familie, die sich bereits im 18. Jahrhundert mit Ideenreichtum, Fleiß und Mut in die damals aufstrebende Gesellschaft der Handelsmänner vorgearbeitet hatte und bald zum Kreis der ersten Schwarzwälder Fabrikanten gehörte.

Faller wurde in die von seinem Großvater begründete Dynastie der Strohhut-Handelsgesellschaft Faller-Tritscheller und Compagnie hineingeboren. Er genoss eine ausgezeichnete schulische Ausbildung in der Schweiz, unter anderem im von Pestalozzi gegründeten Internat in Yverdon. Es folgte die kaufmännische Ausbildung in Frankfurt am Main. Früh übernahm der junge Faller die Handelsniederlassung im italienischen Vallonara. Es folgten weite und für die damaligen Verhältnisse anstrengende und zeitaufwendige Reisen innerhalb Europas und sogar nach Nordamerika.

Fortschrittlich, hochgebildet und weitgereist, blieb Franz Josef Faller dennoch seiner Heimat verbunden. Inspiriert durch seinen Besuch der ersten industriellen Weltausstellung in London im Jahr 1851 wurde er noch im selben Jahr Mitbegründer und Teilhaber der Lenzkircher Uhrenfabrik.

Früh erkannte er auch die Bedeutung erschlossener Verkehrswege für den abgeschiedenen Hochschwarzwald und setzte sich politisch vehement für das schwer zu realisierende Projekt der Höllentalbahn ein.

Politische Stationen im Leben des hochangesehenen und geachteten Franz Josef Faller:

  • Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche
  • Ehrentitel Kommerzienrat des Kaiserreiches
  • Mitglied im Zollparlament
  • Berufung durch den Großherzog in die Badische Erste Kammer
  • Mitglied des Reichstags

Franz Josef Faller starb in Titisee bei der Eröffnungsfeier der Höllentalbahn. Er sollte die Eröffnungsrede halten und brach tot zusammen, während er auf das Eintreffen des Großherzogs wartete.

Warum wurde er zum Namensgeber unserer Schule?

Franz Josef Faller verkörpert Attribute und Charakteristika, die wir für die Entwicklung unserer Schule als wegweisend erachten:

  • Er war hochgebildet und immer interessiert und wissensdurstig
  • Ein Freigeist, der stets die Zukunft im Blick hatte
  • Weitgereist und weltoffen, blieb er trotzdem ein bekennender und überzeugter Wälder
  • In seinem Einsatz für das Gemeinwohl war er politisch aktiv, besonnen und agierte mit Weitblick
  • Er war ein fortschrittlicher Unternehmergeist und hatte, seiner Heimat sehr verbunden, die Zukunft der Region im Blick

Der folgende selbstverfasste Vers zeigt seine Zukunftsorientierung:

Fest stets hangen nur am Alten ist ein töricht eitler Zwang,

denn man wird doch auf nicht halten Zeitenlauf in seinem Gang.